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Berlin
Auf vielen historischen Ansichten ist es im Bildhintergrund zu sehen: das letzte Haus am Ende der Mauerstraße. Die geplante, aber nicht realisierte Stadtmauer hat deren schrägen Verlauf bestimmt, ungewöhnlich im strengen Raster der barocken Friedrichstadt. Bis zum 9. November 1989 markierte es hier die Grenze direkt am Checkpoint Charlie.
Das Gebäude von 1905 diente einst als Möbelhandlung. Das noch heute erhaltene Fenster in der Brandwand nutzte die DDR-Staatsicherheit einst zur Überwachung des Geschehens am Grenzübergang und ist heute Teil der Erinnerung an die Geschichte der geteilten Stadt. Bei einer Sanierung in den 1990er Jahren wurden hingegen viele Spuren im Inneren getilgt, das Gebäude entkernt und überformt. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wird nun die erhaltenswerte Substanz erfrischt, unpassende Bauteile ersetzt und der Bau vollständig renoviert. Die Straßenfassade lässt die hochwertige Substanz erkennen: Kleid und Lisenen aus Travertin. Ein Erker mit Hebefenstern zeichnet das 1. Obergeschoss aus. Ein Prachttreppe in die Beletage existiert leider ebenso wenig, wie die Bauakten zum Haus. Das Bauarchiv Berlin-Mitte ist im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.
Künftig nutzen die Verwaltung, Forschung und Entwicklung eines Matratzenherstellers das Haus. Im Erdgeschoss liegen der Empfang und die Räume für Präsentationen und Konferenzen. Im 1. Obergeschoss gibt es ein Showroom für Matratzen, eine Tüftlerwerkstatt sowie die Räume der Qualitätskontrolle. In den Etagen darüber sind die Mitarbeitenden in ihren Büros tätig. Im Dachgeschoss liegen die Gemeinschaftsräume des Unternehmens. Die Freifläche neben der Brandwand des Hauses, die dem Land Berlin gehört, soll umgestaltet und künftig als Platz touristisch nutzbar sein.
Direktauftrag, in Planung,
Fläche: 2.120 m²,
Leistungsphasen: 1 – 5
Entwurf: 06.2025 – 02.2026, Planung: 06.2025 – 04.2026
Auftraggeber: bett1.de
Team:
Natascha John, Florian Kessel, Danny Liu, Roland Züger
Generalplaner: K+P Ingenieure
Fotos: © Adrian Sauer